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Venenzentrum Zürcher Oberland
venenspezialistin Dr. Hilde Berwarth

Endovenöse Behandlungsverfahren

Seit der Einführung der endovenösen Venen-Therapien EVT im Jahr 1998 haben sich verschiedene Verfahren zur Entfernung von Krampfadern durchgesetzt, die sich als gleichwertige Therapieformen neben dem klassischen Verfahren Crossektomie und Stripping etabliert haben.

Das Prinzip der endovenösen Behandlungsverfahren beruht darauf, dass die erkrankten Stammvenen (Vena saphena magna oder Vena saphena parva) nicht mehr chirurgisch entfernt werden müssen sondern thermisch oder chemisch «ausgeschaltet» werden. Die so verödete Stammvene wird durch körpereigene Prozesse vollständig resorbiert. Ein Schnitt in der Leiste oder Kniekehle ist nicht mehr notwendig, es kommt somit nur noch zu geringfügigen Einblutungen, und dadurch zu einer schmerzarmen und verkürzten Heilungsphase.

Als thermische Verfahren (oft auch «endovenöse, thermische Ablation von Stammvenen» genannt) steht das ClosureFast-Verfahren, die Lasertherapie und die Radiofrequenz-Methode zur Verfügung. Seit einiger Zeit wird mit VenaSeal eine weitere, minimal-invasive, chemische Behandlungsmöglichkeiten angeboten, ein spezieller Acrylat-Venenkleber.

Vorteile aller endovenösen Therapien sind:

 

  • Ambulanter Eingriff in der Praxis, kein Klinikaufenthalt
  • Eingriff in Lokalanästhesie (statt Teil- oder Vollnarkose)
  • schnelle Rehabilitation
  • postoperativ geringe Schmerzen
  • kurze oder keine Arbeitsunfähigkeit
  • Kompressionsstrümpfe nur für wenige Tage
endovenöser Eingriff

endovenöser Eingriff

Ablauf des Eingriffs in 2 Schritten

Der endovenöse Eingriff ist der erste Schritt der Therapie. Damit wird die erkrankte Stammvene «ausgeschaltet», d.h. verödet. Damit sind aber noch nicht die erkrankten Seitenäste dieser Stammvene behandelt (das sind die eigentlichen, sichtbaren Krampfadern). Die betroffenen Seitenäste werden in einem zweiten Schritt mit der sogenannten Phlebektomie Stück für Stück entfernt. Siehe auch: Wie werden Krampfadern eigentlich entfernt?

Beide Schritte der Therapie werden im Venenzentrum in der gleichen Sitzung durchgeführt. Je nach Umfang und Anzahl der betroffenen Stammvenen beträgt die Dauer des gesamten Eingriffs zwischen 1 – 2 Stunden.

Sind beide Beine betroffen, werden beim Venenzentrum Zürcher Oberland in der Regel auch beide Beine in der gleichen Sitzung behandelt.

Bisherige Erfahrungen

In mehreren Studien wurde mittlerweile nachgewiesen, dass die Ergebnisse endovenöser Therapien zur Behandlung von Krampfadern denen der klassischen Operationsmethoden ebenbürtig sind.

Die postoperative Rehabilitationszeit und die Schmerzen sind jedoch bedeutend geringer.

Seit dem 1. Januar 2016 vergütet die obligatorische Krankenversicherung diese neuen Behandlungsmethoden (Radiofrequenz- und Laserverfahren) durch Ärzte, die über einen entsprechenden Fähigkeitsausweis verfügen. Siehe Meldung des Bundesamts.

ClosureFast Verfahren

Beim ClosureFast -Verfahren (ClosureFast™-Technologie) der Medtronic wird ein Katheter in die erkrankte Vene (Vena saphena magna oder Vena saphena parva) eingeführt, an dessen Ende ein 7cm langes Segment gezielt erhitzt wird. Der Katheter wird in Schritten unter Ulraschallkontrolle zurückgezogen.

Die Vene verschliesst sich in Folge der Hitzeeinwirkung und wird vom Körper innerhalb von Wochen bis Monaten vollkommen resorbiert.

Laser-Verfahren

Eine Lichtleitfaser wird in die erkrankte Vene eingeführt und bis zur Leiste (Vene saphena magna) oder Kniekehle (Vena saphena parva) vorgeschoben. Die Laserenergie in Form von Wärme wird über die Lichtleitfaser radial während des kontinuierlichen Rückzugs abgegeben. Durch die Hitzeeinwirkung kommt es zum Verschluss der erkrankten Vene. Sie wird dann durch körpereigene Prozesse abgebaut.

Während in den Anfängen dieser Technologie die ersten Lichtwellenfasern (Bare-Fibres) noch zu relativ häufigen Nebenwirkungen führten, hat sich die Rate der Nebenwirkungen mit der Einführung der radial abstrahlenden Fasern deutlich reduziert.

Biolitec ist einer der führenden Anbieter mit ihrem ELVeS Radial Laser Verfahren.

Lasermethode

Weitere endovenöse Verfahren

Radiofrequenz-Methode

Seit den 1980er Jahren wurden minimal-invasive Behandlungsmethoden mit hochfrequenter elektrischer Energie getestet. Bei der sogenannten endovenösen Radiofrequenztherapie wird an der Spitze eines dünnen Katheters durch Radiowellen Wärme erzeugt, die auf die Veneninnenwand einwirkt und zur Verschliessung der erkrankten Vene führt. Die Wärmeerzeugung erfolgt hier also mittels Radiofrequenz statt durch elektrischem Heizelement (ClosureFast) oder Laserlicht.

Auch bei diesem Verfahren führt der Arzt mit Unterstützung eines Ultraschallbildes den flexiblen Katheter über eine Punktion im Bein ein und schiebt sie bis in die Leiste oder der Kniekehle vor. Hat er die erkrankte Vene erreicht, wird über das obere Ende des Katheters gezielt Wärme abgeben. Durch langsames Zurückziehen wird die Venenwand erhitzt und damit thermisch geschädigt. Diese führt zum Verschluss der Vene. Der krankhafte Rückfluss des Blutes wird somit gestoppt. In den folgenden Wochen bis Monate baut der Körper die verschlossene Vene ab.

VenaSeal Venenkleber

Seit einiger Zeit wird mit VenaSeal der Medtronic Inc. (USA) eine weitere, minimal-invasive Behandlungsmöglichkeiten angeboten, ein spezieller Acrylat-Venenkleber. Bei dieser Methode wird ultraschall-kontrolliert ein Katheter in die Vene eingeführt und die erkrankte Stammvene mittels eines speziellen Applikators mit Cynoacrylat Gewebekleber dauerhaft verklebt.

Mit diesem Verfahren kann aber nur die erkrankte Stammvene behandelt werden, nicht die erkrankten Seitenäste (die eigentlichen Krampfadern). Diese müssen durch Phlebektomie (Häkchenmethode) oder Schaumsklerotherapie entfernt werden. Für diese Phlebektomie ist trotzdem eine Lokal-Anästhesie nötig.

Der Eingriff mittels VenaSeal wird von den Krankenkassen derzeit nicht bezahlt.

Echotherapie

Die Echotherapie kombiniert hochintensiven, fokussierten Ultraschall (HIFU) zur Ablation der Läsion und herkömmliche Ultraschallbildgebung zur Zielerfassung und Überwachung. Die Wärme wird also von aussen auf die erkrankte Stammvene durch fokusierte Ultraschallwellen erzeugt. Das Verfahren steckt jedoch noch in der Entwicklungsphase. Die Dauer der Therapie ist noch zu lang und die Seitenäste (die eigentlichen Krampfadern) können damit ebenfalls nicht entfernt werden.

Das Venenzentrum verfolgt ständig die Entwicklung neuer Therapieformen.

Phlebektomie (Häkchenmethode)

Als Folge der Erkrankung der Vena saphena magna (grosse Rosenvene) oder Vena saphena parva (kleine Rosenvene) kommt es auch zur Erkrankung der Seitenäste dieser Venen. Diese sind dann meist als geschlängelt verlaufende Venenstränge an Unter- und Oberschenkel zu sehen oder zu tasten und bestimmen die Ausprägung des Krankheitsbildes. Die erkrankten Seitenäste der erkrankten Stammvenen sind die Krampfadern, nicht die erkrankten Stammvenen selbst. Diese Krampfadern (das Wort Krampf kommt von krumm) sind häufig der Grund, warum Patienten den Arzt aufsuchen.

Auch nach korrekt durchgeführten Operationen können wieder neue Krampfadern auftreten. Man nennt diese Äste Rezidive.

Phlebektomie

Sowohl die erkrankten Seitenäste als auch die Rezidivseitenäste (die eigentlichen «Krampfadern») werden durch die Phlebektomie beseitigt. Man nennt dieses Verfahren auch Häkchenmethode.

In der Regel erfolgt die Phlebektomie als 2. Schritt nach der Operation der erkrankten Stammvenen, aber in der gleichen Sitzung.

Durchführung

Dieser Eingriff wird in aller Regel ambulant und in Lokalanästhesie durchgeführt, in der Regel direkt im Anschluss an die endovenöse Therapie.
Kleine Stichinzisionen von 1-2mm Länge werden über den angezeichneten Venen gesetzt. Mit einem speziellen Häkchen können dann die darunter liegenden Venen Stück für Stück herausgezogen werden.

Die Länge der Phlebektomie kann dabei stark variieren und reicht von 10 cm bis zu 200 cm, falls beide Beine betroffen sind. Je sorgfältiger die Seitenäste entfernt werden, desdo geringer das Risiko von Rezidiven.

Chirurgische Therapie

Die bekannteste Therapie ist die chirurgische Entfernung der erkrankten Vene (Crossektomie und Stripping). Sie wird aber vermehrt von den endovenösen, ambulanten Therapien abgelöst. Bei schweren Fällen gibt es zur klassischen Operation bis heute jedoch keine Alternative.

Die Operation besteht im Wesentlichen aus den folgenden 3 Schritten:

  1. Abtrennung («Absetzen») der erkrankten Vene an der Einmündung zur grossen Rosenvene (vena saphena magna) ( = Crossectomy)
  2. Herausziehen ( = Stripping) der erkrankten Vene und
  3. Entfernung der dazugehörigen Seitenäste (Phlebektomie)

Die klassische Operation wird von Frau Dr. Berwarth mit einem erfahrenen Assistenten selbst durchgeführt in den modernen Operationssälen der Limmatklinik in Zurich.

Crossektomie

Schaumsklerotherapie

Das Prinzip der Schaumsklerotherapie beruht darauf, dass durch ein Verödungsmittel, welches mit Luft aufgeschäumt wird, eine Schädigung der Innenwand (Intima) der Venen erfolgt, und diese dann vom Körper im Verlauf von Wochen und Monaten resorbiert werden.

Durchführung der Schaumsklerotherapie

Das Verödungsmittel wird unter Ultraschallkontrolle in die erkrankte Venen gespritzt. Der Eingriff ist schmerzlos.

Die Therapie eignet sich insbesondere für Rezidivvarizen – das sind Krampfadern, die trotz Behandlung nach einiger Zeit wieder auftreten. Sie kann aber auch bei Stammvenen (VSM, VSP) oder Seitenästen in der Ersttherapie angewendet werden.

Nachteile dieser Therapie können sein:

  • vorübergehend tastbare, harte, manchmal auch schmerzhafte Venenstränge
  • Hyperpigmentierungen (Verfärbungen entlang der behandelten Venen), welche aber nach Wochen oder in seltenen Fällen erst nach Monaten verschwinden
  • Häufig sind mehrmalige Injektionen notwendig, bis die betroffene Vene vollständig verschlossen ist.
Schaum-sklerotherapie

Schaum-Sklerotherapie